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Grundwasserschutz hat höchste Priorität

Gemeinsam für den Grundwasserschutz
 Gemeinsam für den Grundwasserschutz
Regierungspräsident, GWV und drei Gemeinden unterzeichnen Vereinbarung

Das Land Hessen, vertreten durch den Kasseler Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke, die Bürgermeister der Gemeinden Neuhof, Eichenzell und Großenlüder sowie die Gas- und Wasserversorgung Fulda GmbH (GWV) unterzeichneten im Beisein von Fuldas Oberbürgermeister Gerhard Möller ein weit reichendes Kooperationsabkommen zum Grundwasserschutz. Dabei geht es um Gemarkungen in Fulda sowie in den vertretenen umliegenden Gemeinden. Alle Beteiligten sehen in dem Vertrag einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Fortschreibung des Grundwasserschutzes und Sicherung der Wasserversorgung.

In der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie weitet das Land Hessen den Grundwasserschutz auch über die derzeitigen Wasserschutzgebiete hinaus aus. Die von GWV bereits vor über 10 Jahren begonnenen Kooperationen zwischen Landwirtschaft und Wasserwerken zum Grundwasser schonenden Anbau in Wasserschutzgebieten haben sich in der Praxis bewährt. Das Land Hessen nutzt diese Erfahrungen und setzt mit dem jetzt unterzeichneten Vertrag darauf auf.

Trinkwasser ist ein kostbares Gut. Für die Bürger der Industrienationen ist es selbstverständlich, dass jederzeit Wasser zur Verfügung steht. Doch ein erheblicher Teil der Weltbevölkerung hat bis heute keinen gesicherten Zugang zu sauberem Wasser. Das wird oft vergessen.

Deutschland ist mit Wasservorräten gesegnet. Basis der deutschen Wasserversorgung sind die Grundwasservorräte. Dies gilt auch für unsere Region. So stammt zwar rund ein Fünftel des von GWV zur Verfügung gestellten Trinkwassers aus Quellen in der Rhön, die verbleibenden vier Fünftel jedoch aus 23 Tiefbrunnen in Fulda-West und in der Fulda-Aue. Die Mehrheit der rund 80.000 von GWV mit Trinkwasser versorgten Menschen konsumiert also filtriertes Grundwasser.

„Vor diesem Hintergrund hatte der Schutz der Grundwasser-Ressourcen für unser Unternehmen seit jeher hohen Stellenwert“, unterstreicht GWV-Geschäftsführer Martin Heun. „Wenn wir unsere Kunden auch in Zukunft mit gutem Wasser versorgen wollen, müssen wir in der Gegenwart alles daran setzen, die hohe Qualität des Grundwassers zu wahren. Das verlangt Umsicht und Weitsicht – und genau darum geht es in der Wasserschutz-Vereinbarung mit dem Regierungspräsidium Kassel.“

Das mit GWV getroffene Kooperationsabkommen gehört in den Kontext einer Wasserrahmenrichtlinie, die im Spätsommer vom Regierungspräsidium, dem Landkreis Fulda, mehreren Gemeinden sowie den Mineralbrunnen RhönSprudel und Förstina Sprudel unterzeichnet worden ist. Diese gemeinschaftliche Verpflichtung wird nun durch Einbindung des wichtigsten regionalen Wasserversorgers logisch ergänzt.

Übergeordnetes Ziel der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) ist die stetige Verringerung der Belastungen des Grundwassers sowie der Oberflächengewässer bis zum Jahr 2015. Dabei geht es vor allem um die Reduzierung der Einträge von Stickstoff, Pflanzenschutzmitteln und Phosphat.

„Die Umsetzung dieser Grundwasserschutz-Ziele setzt eine enge Einbindung der Flächenbewirtschafter voraus“, erläutert Martin Heun. „In diese Richtung denken wir bereits seit Jahren, unter anderem, indem wir Landwirten, die Flächen im Einzugsbereich unserer Brunnen bewirtschaften, Fachberatung durch Landwirtschaftsexperten vermitteln. Wer auf Einsicht setzt, muss gut informieren. Die nun unterzeichnete Wasserschutz-Vereinbarung zwischen dem Regierungspräsidium und unserem Unternehmen ist insofern eine organische Fortschreibung unserer umweltorientierten Praxis. Die Initiative des Regierungspräsidenten Walter Lübcke, mit getragen von Landrat Bernd Woide, Oberbürgermeister Gerhard Möller sowie den Bürgermeistern der involvierten Gemeinden, hat deshalb unsere uneingeschränkte Unterstützung.“

Im Einzelnen knüpft GWV an die erfolgreiche Arbeit der bisherigen Wasserschutzgebietskooperationen an und erweitert die Beratungstätigkeit im Vertragszeitraum auf 14 Gemarkungen der Stadt Fulda. In interkommunaler Zusammenarbeit schlossen sich die Gemeinden Neuhof mit sieben Gemarkungen sowie Großenlüder und Eichenzell mit jeweils zwei Gemarkungen dem Vertragsraum an. Für die Gemeinde Neuhof unterzeichnete Bürgermeisterin Maria Schultheis, für Großenlüder Bürgermeister Werner Dietrich und für Eichenzell Bürgermeister Dieter Kolb. Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke hob die Bedeutung dieser Präventivmaßnahme hervor, dankte allen Beteiligten für ihre Kooperation und betonte, Wasser sei das Wichtigste im Leben.

Gut zu wissen
GWV stellt seinen Kunden pro Jahr knapp 5 Mio. Kubikmeter Trinkwasser zur Verfügung. Das GWV-Wasserleitungsnetz umfasst rund 830 Kilometer. Der Pro-Kopf-Verbrauch der GWV-Kunden liegt mit etwa 100 Liter pro Kopf und Tag deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 122 Liter.

Bildunterschrift:
Gemeinsam für den Grundwasserschutz: Oberbürgermeister Gerhard Möller, Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke, GWV-Geschäftsführer Martin Heun (sitzend), dahinter Bürgermeister Werner Dietrich (Großenlüder), Bürgermeisterin Maria Schutlheis (Neuhof) und Bürgermeister Dieter Kolb (Eichenzell)

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